Eine Agentenstory...

Huh, spannend - eine Agentenstory. James Bond, Geheimdienste, NSA, der Kalte Krieg.

 

Nein, sorry.

Hier will ich einfach nur auf den Unterschied zwischen Schreiberlingen wie - zum Beispiel - meiner selbst und Ghostwriting-Agenturen eingehen. Das ist mit Sicherheit nicht ganz so fetzig wie eine haarsträubende Geheimagenten Geschichte, kann aber für denjenigen, der etwas geschrieben haben möchte, trotzdem ziemlich interessant sein.

 

Auf geht's:

 

Was macht eine Ghostwriting Agentur eigentlich?

 

Hier ist dann schon der erste, große Unterschied zwischen dem klassischen Auftragsschreiber und einem Agenturdienst ganz offen ersichtlich - in einer Agentur wird nichts geschrieben. Außer Rechnungen.

Die Agentur nimmt einen Schreibauftrag entgegen und sucht, entweder aus dem eigenen Bestand heraus oder auf dem "freien Markt" nach einem Autor, der mit der jeweiligen Thematik vertraut ist. Das ergibt durchaus einen Sinn, auf jeden Fall dann, wenn es um sehr spezielle Themen geht. Eine Abhandlung über die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der String Theorie ist nicht jedermanns Sache; ich zumindest müsste bei einer entsprechenden Anfrage aussagekräftig mit den Schultern zucken, weil mir der Begriff "String Theorie" lediglich aus einer beliebten TV - Comedy geläufig ist.

Ganz klarer Punkt für die Agentur, keine Frage.

Selbstverständlich kostet eine solche Sache dann etwas mehr, schließlich will sowohl der entsprechende Autor, als auch die Agentur verdienen. Das ist aber völlig in Ordnung, hier bestimmt die Nachfrage den Preis - und das ist nur gerecht.

 

In der Regel wird der Auftrag in seiner Gänze ausschließlich über die Agentur abgewickelt. Zwischen Auftraggeber - in dessen Namen geschrieben wird - und eigentlichem Autor gibt es keinen Kontakt. Es herrscht Anonymität, was in der Branche erstmal absolut wünschenswert ist.

Aber (jetzt kommt dann doch ein Haken, man beachte den Spannungsbogen)!

Aber wenn der Auftraggeber Änderungswünsche zu einem Entwurf kommunizieren will, dann ist er auf Gedeih und Verderb dem jeweiligen Agenten ausgeliefert, darauf , dass dieser seine Wünsche versteht und sie dem Ghostwriter vermitteln kann.

Ob das dann immer so reibungslos funktioniert, oder ob das Prinzip der "Stillen Post" den einen oder anderen Stolperstein bereit hält, mag ich nicht beurteilen. Und zwar einfach aus Mangel an eigener Erfahrung.

Solche Dinge werden im Internet in diversen Hilfeforen von denjenigen, die über die nötige persönliche Erfahrung verfügen, ausgiebig diskutiert. Wobei hier zu beachten ist - für den Fall dass der geneigte Leser sich nunmehr auf eine Google Suche nach Erfahrungsberichten macht - dass in der Regel diejenigen sich zu Worte melden, die schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Die zufriedene Masse hält still. Warum auch nicht? Anonymität ist schließlich erwünscht...

 

Und was macht der nicht-agenturgebundene Schreiber?

 

Zuhören.

Verstehen.

Und schreiben.

Meine - und ich kann hier nur für mich sprechen - Kunden kennen mich. Vor der Annahme eines Auftrags und während der Umsetzung desselben wird bei mir/mit mir ausgiebig kommuniziert, per Email und Telefon oder Skype/Facetime, aber auch gerne von Angesicht zu Angesicht. In persönlichen Gesprächen (der Plural ist gewollt) höre ich mich ausgiebig in die Wünsche und Vorstellungen meines Klienten hinein, bringe Einwände, da wo ich welche erkenne und vermittle meine Ideen zum Thema. Direkt. Ohne Umwege.

Punkt für mich.

 

Allerdings, und das muss dann auch ganz klar gesagt werden, bin ich kein Universalgelehrter. Je spezieller ein Thema ist, desto mehr bin ich auf die fachlichen Kenntnisse meines Klienten angewiesen. Womit wir wieder bei der String Theorie angelangt sind (ich muss mich einmal ausgiebig mit dem Thema beschäftigen, glaube ich), und meiner Prognose hier nicht wirklich wertvolle Arbeit verrichten zu können.

 

Fazit

 

Ghostwriting Agenturen sind eine sinnvolle Einrichtung. Je spezieller das Thema ist, je mehr es auf Fachkenntnisse in einem klar definierten Bereich ankommt, desto wahrscheinlicher ist es über eine renommierte Agentur einen kompetenten Ghostwriter zu finden.

 

Je mehr von Ihrer Persönlichkeit in Ihr Werk einfließen soll, je wichtiger es Ihnen ist Ihre eigenen Gedanken zu einer Sache in eine gut verständliche Sprache umgesetzt zu bekommen, oder Ihre fachlichen Kenntnisse an ein breites Publikum zu vermitteln - desto mehr Sinn ergibt es, sich auf die Suche nach jemandem zu machen, der Ihre Angelegenheit in persönlichem Kontakt mit Ihnen bearbeitet.

 

Im Übrigen, das möchte ich zum Schluss noch in den Raum werfen, beträgt der reine Anteil an fachlicher Information in der zwischenmenschlichen Kommunikation lediglich nicht mehr als ein Viertel der gesamten Aussage. Der Rest setzt sich aus dem Drumherum zusammen: sprachliche Kompetenz, Form und Stil - zumindest dann, wenn man Watzlawicks 3. Axiom der Kommunikatonstheorie auf schriftliche Kommunikation umsetzt.

 

Tja, so ist das...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0