"Räum dein Zimmer auf!!"


Oh, wie habe ich es gehasst!

Wie!  Habe!  Ich!  Es!  Gehasst!

Regelmäßig einmal in der Woche der entsetzte Blick meiner Mutter auf das Chaos aus hingeworfenen Klamotten, leeren Flaschen und Süßkramverpackungen, Schulsachen, Modellautos und jeder Menge nicht näher zu definierendem Müll, gefolgt von den mir verächtlich an den Kopf geschleuderten, verhassten Worten: "Räum dein Zimmer auf, das sieht hier aus wie im Schweinestall!"

 

Aufräumen. Völlig unnötig. Nicht etwa, weil der Vergleich mit dem Schweinestall nicht angemessen gewesen wäre. Nein, deswegen unnötig, weil das Zimmer nach einer solchen anstrengenden, zeit- und kräftezehrenden Aktion wenige Stunden später ohnehin wieder genauso aussah wie vor der Entrümpelung. Wozu also der Aufwand?

Heute glaube ich ja, dass sich damals mein Talent für alles Kreative entwickelt hat. Die Methoden und Strategien, die ich derzeit zu dem Zwecke ausarbeitete mich vor der Aufräumerei zu drücken, sind mittlerweile legendär und tragen bei Familientreffen immer noch maßgeblich zur allgemeinen Erheiterung bei. Als Paradestück gilt dabei meine Flucht in eine Fieberattacke, die mich durch einen Anstieg der Körpertemperatur auf abenteuerliche 40 Grad Celsius außerstande setzte meiner einzigen Aufgabe im Haushalt nachzukommen.

Dass ich das Fieber, unter Zuhilfenahme einiger von einem soliden Stück abgeschabten und geschluckten Spänen Kernseife, selbst verursacht hatte liest meine Mutter hier und heute zum ersten Mal. Entschuldige bitte, Mama.

 

Den Trick - wenn man diese Eselei mal so nennen will - hatte ich aus einem Buch, im Übrigen. "Papillon" von Henri Charrière, glaube ich.

Jaja, lang ist's her...

 

Aber wie komme ich da jetzt überhaupt drauf?

Ach so: Aufräumen!

Ja, habe ich gemacht, hier auf der Website. Einige Punkte aus meinem Programm sind verschwunden, anderes ist dazu gekommen. Mein Angebot ist damit weniger breit gefächert, im Kerngeschäft aber definierter geworden.

Verschwunden ist der komplette Bereich der Korrespondenz. Dort hatte ich mich zu breit aufgestellt. Liebesbriefe, Behördenschreiben, Bewerbungen - was wollte ich nicht alles bieten um Interessenten unangenehme Dinge abnehmen oder zumindest etwas erleichtern zu können. Die angestrebte Zielgruppe jedoch habe ich mit diesem Angebot nicht erreicht. Das Verfassen von Bewerbungsanschreiben beispielsweise war ursprünglich an die gerichtet, deren Bewerbungen grundsätzlich in der "Akte P" landen, sobald der Blick des Entscheiders auf Zeugnisse oder andere formelle Qualifikationsnachweise fällt. In der Regel also sofort. Ein originelles, schon optisch leicht aus dem üblichen Rahmen fallendes Anschreiben kann dann dazu führen, dass einem Bewerber etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, als dies bei einem Standardschreiben der Fall wäre.

 

Innerhalb eines Jahres entstammten lediglich drei Interessenten dieser Zielgruppe. Der weitaus größere Teil der Anfragen erreichte mich aus dem Kreis derer, die schlichtweg nicht motiviert waren, ein Bewerbungsanschreiben wenigstens in Angriff zu nehmen - oder sogar ganz bewusst darauf aus waren, sich völlig anders darzustellen als es den Tatsachen entspricht.

Weg damit, also. Biete ich nicht mehr an. Fertig.

 

Ebenfalls weg ist, nach langen Diskussionen mit Google, jeder auch noch so kleinste Anlass für Besucher meiner Seiten, dahingehend auch nur denken zu können, ich würde das Verfassen akademischer Arbeiten - Bachelor-, Master-, Diplom- oder Doktorarbeiten - in irgendeiner Form anbieten wollen. Das war gar nicht so einfach, denn offensichtlich unterstellt Google den Benutzern der Suchmaschine ein gehöriges Maß an minderbemittelter Auffassungsgabe, wenn es darum geht, Texte auf einer Internetseite zu lesen. Die Fälle, in denen ich diese Unterstellung stützen kann, sind tatsächlich sehr dünn gesiedelt.

Interessant hierbei ist, dass Google sich bei diesen Diskussionen auf seine Leitlinie gegen die "Ermöglichung unlauteren Verhaltens" berufen hat, anhand derer vermieden werden soll, dass Werbetreibende dafür Werbung schalten, es jemandem zu ermöglichen sich ungerechtfertigte Vorteile verschaffen zu können. Google! Ein Unternehmen, dass nie auch nur auf die Idee käme, sich ungerechtfertigte Vorteile zu verschaffen und nur deswegen in Irland sitzt, weil es dort so schön grün ist.

Ein zwinkernder Smiley wäre hier angebracht...

 

Hinzugekommen - um auf ein angenehmeres Thema zu schwenken - ist mein Angebot zur Blogbetreuung.

Das Thema ist so neu, dass meine Rechtschreibprüfung das Wort nicht kennt. Aber trotzdem wichtig, zumindest für diejenigen, die ein Interesse an einem Blog haben, welches eine möglichst große Menge an Menschen erreicht. Mehr dazu gibt es in der entsprechenden Rubrik zu lesen.

 

Hinzukommen wird in Kürze ein Bereich, den ich jetzt gerade noch als "soziales Engagement" betitele. Dort werde ich einiges zusammenstellen, was ich dann für wenig bis gar kein Geld gedenke anzubieten. Und zwar sozialen Einrichtungen, gemeinnützigen Vereinen und Körperschaften in den sozialen Arbeiten und sozial benachteiligten Einzelpersonen in finanziell dauerhaft prekärer Lage. 

 

Und so bleibt mir zum Schluss die Einsicht, dass hin und wieder mal etwas Krempel beiseite räumen und frisch durchwischen gar nicht so schlimm ist, und im Endeffekt mehr nutzt als schadet.

 

Danke Mama!

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