Bin ich schon drin?


Die Älteren unter Ihnen - inklusive mir, also unter uns - erinnern sich vielleicht noch daran, dass es Zeiten gab, als noch nicht jeder Bundesbürger ständig mit dem Internet verbunden war. So um 20 Jahre ist das nun her, als AOL mit dem damals noch gesellschaftsfähigen Boris Becker als Werbeikone den harten Zeiten des nicht-online-seins erheblich entgegensteuern wollte. Der verblüfft auf seinen Computerbildschirm starrende Becker, der nach dem kurzen "Fitüdeldidüchrrr"- Verbindungsgeräusch des damals noch üblichen Modems kaum glauben konnte, dass er nun "schon drin" ist, hat vielen Menschen die anfängliche Angst vor dem noch neuen Internet genommen.

 

Nun, "Fitüdeldidüchrrr" gibts nicht mehr. AOL auch nicht. Und selbst Boris Becker - naja, den gibt es schon noch. Er hat sich halt lediglich, sagen wir, aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Doch das Internet, das ist geblieben.

 

Heute fragen sich die Menschen jedoch nicht mehr "wie komme ich rein?". Wir sind ständig online, immer und überall und gerüchteweise fragen sich bereits die ersten: "Wie komme ich da wieder raus?"

Vermutlich gar nicht... Wenn man also ohnehin ständig im Netz ist, warum zeigt man sich dann dort auch nicht gleich? Mit einer eigenen Internetseite? Gute Idee!

 

Obwohl...

 

Es gab da doch schon einmal einen entsprechenden Trend zum online Auftritt, Anfangs der 2000er Jahre muss das wohl gewesen sein. Gefördert durch an sich gut gemeinte Projekte wie "self-HTML.com" sah sich plötzlich beinahe jeder Interessierte in die Lage versetzt, nach Lust und Laune Webpages zu programmieren. Dem Zeitgeschmack - oder einem allgemeinen Hang zum Irrsinn, Sonnenflecken oder außerirdischer Eingebung - folgend wurden derzeit massenhaft Internetseiten zu meist völlig belanglosen Themen (was okay ist) in quietschbunten Farben, überhäuft mit .gif Dateien, Glitzersternen und animierten Regenbogen nebst dazugehörigen Einhörnern und Kobolden mit Goldtöpfchen (was nicht okay ist) ins Netz gedrückt. Für ganz private Seiten, die sich mit dem letzten Urlaub von Familie Ottonormalverbraucher beschäftigen, mit den Abenteuern der Katzenhorde der kinderlos gebliebenen Endvierzigerin oder dem Astro-Hobby des esoterisch angehauchten Späthippies, mag das hinnehmbar sein. Aber dass Unternehmen ihre gewerblichen Seiten gestalten, als gäbe es kein Morgen mehr - das geht, neudeutsch gesagt, gar nicht.

 

Meine Recherchen zu diesem Beitrag haben mich - nach dem Genuss mehrer Schachteln Aspirin gegen die Schmerzen vom Kopfschütteln und einer Gurkenmaske für die gestressten Augen (eins blutet immer noch leicht) - auch auf die Seiten des Dr. Web geführt, der in diesem Beitrag die seiner Ansicht (die ich durchaus teile) nach 10 schlechtesten kommerziellen Websites vorstellt. Die Tatsache, dass solche Seiten erlaubt sind kann man eigentlich nur noch als Zeugnis der uneingeschränkten Meinungsfreiheit deuten.

 

Dem Fortschritt sei Dank...

 

... und das ist in diesem Fall als ehrlicher Seufzer der Erleichterung zu verstehen, gibt es seit einigen Jahren über verschiedene Anbieter die Möglichkeit, sich aus einem "Baukasten System" eine wirklich gut aussehende Internetpräsenz zu basteln, ohne Programmiersprachen zu beherrschen, sich mit Quellcodes zu beschäftigen oder Webdesign studiert zu haben. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben fallen mir folgende Systeme ein, in denen ich auch selber schon gearbeitet habe:

  • WIX
  • Jimdo
  • 1&1 IONOS
  • STRATO
  • weebly

Sowie der Klassiker Wordpress, der aber anders basiert ist und in meinen Augen schon eine eigene Liga darstellt. Die in der Aufzählung genannten Anbieter wurden aktuell von WebsiteToolTester, die den Markt eigener Angaben zufolge bereits seit 2009 intensiv beobachten, getestet,  Hier geht es zu den Ergebnissen: Bester Homepage Baukasten 2019.

 

Schluss für Augenkrebs verursachende Monstrositäten mit unendlichen Ladezeiten, weg mit dieser Verschwendung von Webspace!

Willkommen, ordentlich strukturierte, grafisch schöne und Mobilgerät-freundliche Website.

 

In der Praxis jedoch...

 

... zeigen sich bei allen Anbietern natürlich auch kleinere Häkchen, die den Mythos von der "Website in fünf Minuten" ein wenig relativieren. Ganz so schnell, wie die Werbung verspricht, ist man dann doch nicht online mit seiner Seite auffindbar - und ganz so einfach, wie es gerne dargestellt wird, ist die Herstellung einer voll funktionierenden Homepage mit einer vernünftigen Präsenz bei Google leider auch nicht. Zumindest für den blutigen Anfänger in diesem Bereich.

Wer sich zum Beispiel noch nicht ernsthaft mit einer Keyword-Analyse beschäftigt hat, wird bei der Verfassung seiner Texte an gewisse Grenzen stoßen. Wer sich mit der Architektur seiner Seite im Vorfeld nicht auseinandersetzt, kommt möglicherweise über den hübschen Onepager nicht hinaus. Und um von potentiellen Kunden überhaupt erst entdeckt zu werden, sollte man sich im Zuge der Arbeit an der eigenen Internetseite beizeiten mit dem Thema "SEO" (Search Engine Optimization - Suchmaschinenoptimierung) vertraut machen.

Und was ist eigentlich ein "Favicon"? Was ist ein "Snippet", und was ein "Metatext"? Worum geht es bei H1, H2 und H3 Überschriften, was ist ein Impressum und wieso kann eine einwandfreie Datenschutzerklärung Sie vor finanziellem Schaden bewahren? Worum handelt es sich bei "Search Console" und "Google Analytics"?

 

Oha!

 

Hätten Sie mal vorher gewusst, dass die Sache so kompliziert ist! Ich habe aber gute Nachrichten für Sie: So schlimm ist es gar nicht. Sie können sich alles, was Sie zum Thema wissen müssen, selbst anlesen. Die Anbieter als solche, aber auch die Referenz in Sachen Internetsuche - Google - sowie diverse Blogs und nicht-kommerzielle Anbieter geben Ihnen dabei Hilfestellung. Als unbedingt empfehlenswert würde ich Ihnen hierzu, ohne Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, folgendes ans Herz legen (jeweils als Link zum klicken):

Also, alles kein Problem. Entsprechende Anleitungen sind durchweg gut verständlich geschrieben und von einem halbwegs begabten Software Anwender einfach umzusetzen. Versprochen. Allerdings nimmt das Erlernen der wichtigsten Grundlagen Ihrer zukünftigen Existenz als Webmaster dann doch ein wenig mehr als die fünf Minuten in Anspruch, in denen Ihr Homepage Anbieter Sie gerne online sehen möchte...

 

Alternativen?

 

Natürlich gibt es Alternativen.

Die erste wäre, zum Beispiel, eine Agentur mit der Erstellung der künftigen Internetpräsenz zu beauftragen. Dort kümmert man sich im Rahmen eines gebuchten Leistungspaketes um einfach alles, absolut professionell und in der Regel mit guten bis sehr guten Ergebnissen - auch was das lästige Thema Suchmaschinenoptimierung angeht. Als Alternative würde ich dieses Verfahren eigentlich gar nicht mehr bezeichnen wollen, denn "gekaufte" Seiten spielen eine Liga höher als Baukastensysteme, das ist kaum zu bestreiten. Sie kosten allerdings auch, und zwar nicht eben wenig. Gute Arbeit will halt bezahlt werden, völlig zu Recht.

 

Eine weitere Alternative läge darin, die eigene Seite zwar selbst zu gestalten - die Ausarbeitung und den SEO Sektor jedoch an eine der unzähligen Website-Optimierer zu übertragen. Hier ist Vorsicht geboten, denn auf dem Markt tummeln sich schwarze Schafe, die, in der Annahme ihr Kunde würde das schon nicht merken, unsaubere Arbeit abliefern - bis zum Betrug hin. Die Preise reichen von astronomisch bis überraschend billig. Wobei gerade die auffallend günstigen Anbieter eher die sind, bei denen das Bauchgefühl nicht so recht mitspielen will.

Ich bekomme regelmäßig, trotz Untersagung im Impressum, Werbeanrufe von Unternehmen, die behaupten, sie würden mit Google zusammenarbeiten. Laut Auskunft einer Google Mitarbeiterin ist das jedoch Quatsch. Vorsicht also...

 

Noch eine Alternative: Ein VHS Kurs! In größeren Städten finden sich Lehrgänge zum Thema "Internetseiten-Erstellung" tatsächlich im Programm der örtlichen Volkshochschule. Die Kurse an sich sind sicherlich niedrigschwellig - aber für eine erste Orientierung bei der Erstellung der eigenen Homepage im Baukastensystem reicht das vollkommen aus, solange über die wichtigsten Punkte gesprochen wird. Alles weitere kommt dann schon, oft haben die Kursleiter ein prima Handout mit jeder Menge Quellen für weiterführende Informationen parat. Kurse, beziehungsweise Workshops gibt es auch im Rahmen regional geförderter, sogenannter LOS Projekte. Hier gibt es allerdings für eine Teilnahme bestimmte Voraussetzungen. Meist handelt es sich dabei um Arbeitslosigkeit oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe.

 

Tja, und sonst?

 

Naja, ich biete so etwas doch auch an! Na klar!

Als freier Lektor kümmere ich mich ja sozusagen per se um die textliche Ausgestaltung, inklusive der Optimierung für Suchmaschinen, von Internetseiten. Mit den verschiedenen Baukastensystemen habe ich mich allein schon deswegen vertraut gemacht, um bei meinen Kunden online und in Echtzeit auf der Seite arbeiten zu können. Und der ganze Rest ist von mir ohnehin im Rahmen einer Tätigkeit als Dozent eines Vereins für Existenzgründer in verschiedenste Vorträge, Präsentationen und Workshops gesteckt worden. Mit anderen Worten: Ich kenne mich aus - und halte meine Kenntnisse ständig aktuell.

Also biete ich Ihnen das Folgende an:

 

Ich begleite sie mit Rat und Tat beim Erstellen Ihrer Internetpräsenz im Baukastensystem (und Wordpress), fair nach Stunden abgerechnet ohne Extrakosten für kompliziert formulierte Wundermittel. Hier steht es geschrieben, schwarz auf weiß: Schreibegeist - Ihre eigene Internetpräsenz

 

Sprechen Sie mich gerne darauf an - oder versuchen Sie sich anhand der aufgeführten Tipps erst einmal selbst. Fallen Sie bitte nur nicht auf Versprechen herein, die da lauten: "Wir bringen Ihre Website bei Google auf die erste Seite". Erstens können Sie das per Google Adwords selber - und zweitens klappt das zwar, aber nur so lange Sie zahlen.

 

Übrigens, diese Seiten wurden ebenfalls in einem Baukastensystem erstellt.

Ist doch gar nicht übel, oder?

 

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