Was ihr wollt!


Sie werden beobachtet!

Ja, genau jetzt, in diesem Augenblick. Von mir. Huhu!

 

Aber das wissen Sie ja, schließlich haben Sie der Cookie Erklärung zugestimmt und sind sich darüber im Klaren, dass diese Website Ihren Besuch registriert und protokolliert. Nicht deswegen, weil ich als Betreiber unbedingt wissen will, wer Sie sind; das erfahre ich nämlich gar nicht. Nein, es geht mir persönlich eher darum zu erfahren, was Sie als Besucher der Schreibegeist-Seiten interessiert - und was eben nicht. Damit ich Inhalte, die Sie als Leser langweilig, doof oder einfach nur uninteressant finden, entweder entfernen oder so bearbeiten kann, dass Sie mit Informationen versorgt werden, die Ihnen auch von Nutzen sind.

 

Ehrlich.

 

Nun ist das nicht immer ganz einfach, zumindest anhand der Daten, welche ich zur Verfügung habe - und die ich auch lediglich zur Verfügung haben möchte, um die Privatsphäre meiner Besucher nicht zu verletzen. Vom Prinzip her ist das nicht viel: Wie findet ein Besucher auf die Seite (Google, Facebook, eine andere Website oder per direktem Aufruf), welche Suchanfrage bei Google liegt dem Besuch zugrunde und welche Unterseiten werden bei einem Besuch aufgerufen. Andere Daten, die Ihr Browser bereitstellt - Browserversion, Betriebssystem, Bildschirmauflösung, Internetdienstanbieter, Einwahlknoten, Browsersprache, etc. - interessieren mich überhaupt nicht. Mir ist völlig gleich, von wo sie sich über welchen Service-Provider ins Internet einwählen, welche Ihre Muttersprache ist oder was Ihr Computer leisten kann. Auch ob Sie den Schreibegeist auf einem Smartphone oder Tablet betrachten, oder gemütlich an Ihrem Laptop oder Desktop-Computer sitzen während Sie diese Zeilen lesen, ist mir sozusagen komplett wumpe.

 

Was ich wissen möchte: Schaffe ich es?

  1. meine Texte so zu gestalten, dass die Google Algorithmen sie als informativ und "unique" betrachten, und sie in der Suche gut positionieren.
  2. die Leser meiner Seiten zum Verweilen zu bewegen, weil sie die Texte und die darin enthaltenen Informationen als wertvoll betrachten.
  3. über die Verbreitung bei Facebook meine Informationen so "unters Volk" zu bringen, dass die erreicht werden, die erreicht werden wollen.
  4. meine Worte so zu wählen, dass Suchende mit Ihren Anfragen auch tatsächlich zu mir geführt werden.

Sie sehen also: Alles edle, fast schon gemeinnützige Ziele...

 

...bei denen man auch hin und wieder im Versuch sie zu erreichen ein wenig übers Ziel hinaus schießt. Zum Beispiel dann, wenn man - wobei "man" in diesem Fall "ich" bedeutet - den Versuch startet, über provokante und ungewöhnliche Seitentitel Neugier zu wecken. Mit diesem kurzen Exkurs in die Thematik des Klimawandels zum Beispiel habe ich mir Suchanfragen eingehandelt, bei denen mir schlecht wird - und die ich hier nicht auflisten werde, um mir damit weitere, ekelerregende Suchergebnisse zu ersparen. Trotzdem - Versuch macht kluch - bin ich weiter bestrebt, Ihnen als Leser kostenlose und trotzdem hochwertige Informationen an die Hand zu geben, und auch Kanäle zu suchen, damit Sie diese Infos  - hier - finden. Pro Woche verbringe ich fünf bis sechs Stunden mindestens damit, auszuwerten was Ihnen gefällt, was Sie interessiert und was Sie gerne wissen möchten. Oder eben auch nicht.

 

Und damit komme ich zurück zur Überschrift, die ich an dieser Stelle umformulieren möchte in

 

"Was wollt ihr?"

 

Warum frage ich Sie nicht einfach direkt?

Dieses Blog verfügt über eine Kommentarfunktion, die von mir zwar moderiert, aber nicht zensiert wird. Ich werde noch nicht einmal die Rechtschreibung korrigieren ;)

Ich hätte große Freude daran, wenn Sie als Leser und Informations-Suchender diese Funktion nutzen, um mir mitzuteilen was Sie interessiert. Zu welchen Themen bezüglich des Lektorats, der Welt der Literatur oder der Gestaltung von Texten und deren Veröffentlichung - aber, und oder, auch zu Themen aus dem nicht-beruflichen Bereich kann ich Ihnen Informationen und hübsche Texte zum Lesen anbieten? Mein Portfolio ist geradezu unerschöpflich, ich kann:

  • Umwelt und Klima
  • Ernährung
  • Rennrad und Radsport
  • Motorsport (GT3 und GTE)
  • Gesellschaftskritik und Soziales
  • Äh... Rembrandt? (Frei nach Otto Waalkes)

Na? Etwas für Sie dabei?

Dann los, das Wunschprogramm ist online! Hier unten, unterm Beitrag ↓ (Sie dürfen auch meckern, wenn Sie möchten.)

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... und was kost' das?


Es ist ja gar nicht so...

 

...als hätte ich kein Verständnis für den Wunsch nach zügigen und präzisen Preisauskünften.

Nein, ehrlich. Wenn ich, nur als Beispiel, eines wirklich hasse, dann sind das private Verkäufer bei den EBay-Kleinanzeigen, die im Handel meist nur sehr schwer zu bekommende, weil sehr spezielle, Rennradteile mit der Preisvorstellung "VB" anbieten.

"Leute", denke ich mir jedesmal, wenn ich gerade auf der Suche nach einem Upgrade für meine geliebte Rennmaschine bin, "ihr müsst doch wissen, was ihr für den Kram haben wollt!" Schreibt man diese Menschen dann an und fragt freundlich nach der Preisvorstellung kommt als Antwort meistens: "Mach 'nen Vorschlag." Mir ist das dann häufig schon zu blöd und mein Vorschlag lautet stumpf "Einsfuffzich". Was dem Verkäufer selbstverständlich nicht reicht, das ist mir auch klar. Wer sich mit Rennrädern etwas auskennt, weiß ganz genau, das sich an einem solchen Boliden nicht ein einziges Teil befindet, welches für einen Euro und fünfzig Cent zu bekommen ist. Noch nicht mal in kaputtem Zustand.

 

Wenn ich nach solchen Verhandlungen wieder zu klaren Gedanken komme muss ich mir mit schöner Regelmäßigkeit eines jedoch eingestehen: So gesehen verhalte ich mich bei Preisanfragen meiner potentiellen Kunden gar nicht mal so sehr anders als die "VB-Verkäufer".

 

Gut, ich antworte auf Anfragen nicht mit "mach'n Vorschlag", aber eine präzise Preisauskunft zu geben fällt mir per se erstmal schwer. Zumindest im ersten Kontakt. Dafür bitte ich hiermit um Verständnis und möchte kurz erklären, warum das so ist. Also wirklich kurz, nicht wie sonst üblich...

 

Ein Lektorat ist kein Pfund Zucker

 

Alle Jubeljahre einmal ist auch in meinem vor gesunder Nahrung strotzendem Haushalt der Zuckervorrat erschöpft und es muss neuer her. Zum Glück ist die Neubeschaffung des süßen Zeugs nicht weiter schwer: Ab zum Aldi-Lidl-Penny-Plus-Netto-Rewe-Edeka Markt um die Ecke, die hoffentlich anwesende Verkaufskraft nach der Verortung fragen ("dahinten, bei den Nährmitteln"), Zucker nehmen, auf das Kassenband legen - natürlich, wie immer, in der längsten Schlange anstehend - die Kassiererin fragend anschauen, "einsneunundneunzig" (oder was immer der Zucker gerade kostet) gesagt bekommen, "mit Karte" antworten und fertig ist die Kiste. Herrlich unkompliziert. Ich könnte den ganzen Tag lang Zucker kaufen und mich darüber freuen, wie einfach das ist.

 

Wenn nun aber alle Jubeljahre bei jemandem, der ein Manuskript gefertigt hat, eine Website oder einen Blog sein Eigen nennt oder eine Facharbeit in der Mache hat (um nur eine sehr kleine Auswahl an möglichen Szenarien auflisten zu wollen) der Bedarf nach einem Lektorat entsteht, ist es mit "einfach" schnell vorbei. Und zwar noch lange, bevor die Arbeit beginnt. Die erste Hürde entsteht nämlich dann, wenn der zukünftige Kunde - ich finde die Bezeichnung "Klient" schöner - versucht, die Zuarbeit des Lektors in sein Budget hinein zu kalkulieren.

 

Ich persönlich versuche hier mit meiner Preisliste eine Hilfestellung zu bieten, für eine endgültige Kalkulation bietet dieses Instrument allerdings wirklich nur einen groben Anhalt. Und das liegt nicht daran, dass ich besonders hinterlistig wäre oder mich schämen würde, schnödes Geld für meine Wundertätigkeit zu erwarten und diesen Umstand auch deutlich zu kommunizieren. Nein, es liegt daran, dass ich noch keine zwei Projekte auf dem Tisch hatte, die sich in irgendeinen Pauschalvergleich hineinpressen lassen hätten. Tatsächlich kann ich dementsprechend wirklich erst dann eine verlässliche Preisauskunft geben, wenn ich etwas vorliegen habe, was mich in die Lage versetzt meinerseits kalkulieren zu können. Am besten tatsächlich das komplette Skript... Erst dann kann ich absehen welcher Aufwand von mir zu erbringen ist, welche Menge an Seiten zu bearbeiten ist und welcher Grad der Bearbeitung von meiner Seite aus angebracht erscheint. Muss ich noch recherchieren, Quellen abgleichen und Inhalte verifizieren und inwieweit ist das vom Klienten überhaupt erwünscht, um seinen Schreibstil nicht zu verwässern? Fragen über Fragen - und die müssen geklärt werden.

 

Am Ende wird alles gut

 

Denn am Ende steht dann ein verbindliches Angebot auf dem Papier, von dem ich auch dann nicht mehr abweiche wenn ich mich verkalkuliert habe (ich bin, das muss hier mal erwähnt werden, kaufmännisch nicht die hellste Kerze am Baum). Da ich ausschließlich Projekte übernehme, die mich wirklich interessieren, steigere ich mich gerne ein wenig in die Sache hinein und mache mehr, als ich eigentlich veranschlagt hatte. Zum Beispiel erstelle ich regelmäßig zu einem umfassenden Lektorat kostenlos das für die Vermarktung bei Verlagen notwendige Exposé, einfach weil ich, leger gesagt, "da Bock drauf" habe. Ich weiß von Kollegen, die für diesen Part - völlig zu Recht - 200 bis 250 Euro on Top verlangen. Jeder Betriebswirt schlägt jetzt die Hände über dem Kopf zusammen und schaut mich verständnislos an. Und weil es mich amüsiert Leute beim Verlust der Contenance zu beobachten, erwähne ich das Beispiel der Facharbeit an dieser Stelle ganz genüsslich, für die ich ursprünglich die Kosten eines Lektorats nach Preisliste veranschlagt hatte. Der Text war allerdings, auch sprachlich, bereits so gut, dass wesentlich weniger zu bearbeiten war als zuerst nötig erschien. Abgerechnet habe ich dann lediglich ein simples Korrektorat, abweichend vom etwa 30 Prozent höherem ursprünglichen Angebot, zur Freude der Klientin.

 

Sowas kommt vor. Ich arbeite in diesem Beruf nicht nur weil ich das gut kann und spätestens nächstes Jahr Millionär sein will, sondern auch weil ich, um sprachlich weiterhin locker zu bleiben, Bock drauf habe.

 

Also, nutzen Sie meine Lust an der Sache UND meine kaufmännische Unfähigkeit ruhig völlig schamlos aus.

Ich kann das ab!

 

 

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Dinge, die Sie schon immer über Bücher wissen wollten - Teil II


Im ersten Teil  dieses Blogs hatte ich zum Schluss hin kurz einmal überschlagen, wie überhaupt die Chancen stehen ein Buch zur Veröffentlichung zu bringen. Es versteht sich von selbst, dass es Faktoren gibt, die diese Chance in nicht unerheblicher Weise zu beeinflussen im Stande sind.

 

Schreiben Sie gerade an einem Buch, dessen Thema oder Inhalt einem aktuellen Trend Folge leistet, mag der eine oder andere Verleger die Gelegenheit erkennen, schnell auf einen gut in Fahrt befindlichen Zug aufspringen zu können. Sie können solche Entwicklungen im Buchhandel regelmäßig beobachten: Jedes erfolgreiche Konzept lockt "Trittbrettfahrer" nahezu magisch an. Harry Potter ließ eine ganze Flut an magisch angehauchten Romanen auf uns (Leser) los, im Zuge des Tolkien-Revivals hat der komplette "Whole-World" Fantasy Bereich wahre Blüten geschlagen - mit den Fire and Ice Komplexen (Game of Thrones) hat sich sogar ein Ableger entwickelt, der eigenständig Kopisten nach sich zog, und die derzeit sehr angesagte Ostfriesen-Reihe des Krimiautors Klaus-Peter Wolf lässt gerade den regional geprägten Kriminalroman boomen.

 

Themenauswahl ist also sicherlich ein Faktor, aber keiner der für jeden von uns - als Autor - wirklich ausschlaggebend ist. Wenn Sie Ihre Geschichte erzählen wollen, diese aber nun mal so gar nichts mit Mord und Totschlag, Ostfriesen, Orks und Hobbits oder Zauberlehrlingen zu tun hat, dann bringt Trendbeobachtung Ihnen nichts. Außer vielleicht... Ja, eigentlich bringt es Ihnen doch etwas. Erstens nehmen Sie mal wieder ein gutes Buch in die Hand und zweitens ist es gar nicht mal so uninteressant zu sehen, wie die Bücher geschrieben sind, die sich gut verkaufen. Als Inspiration für die eigene Arbeit, quasi.

 

Der Verlag, die große Hürde

 

Eigentlich quatsch, oder? Der Verlag ist ja nicht die Hürde auf dem Weg in den Buchhandel, sondern eher die Schwelle, der große Türöffner. Nun ist es aber halt so, dass der Verlag Ihr Buch ersteinmal, nunja, verlegen muss, bevor es in den Auslagen der Geschäfte - hoffentlich nur kurzweilig - liegt. Und da liegt das Problem. Beziehungsweise liegt es darin, dass ein Verlag in erster Linie ein wirtschaftlich handelndes Unternehmen ist. Um seinen Zweck zu erfüllen, muss ein Verlag also Geld verdienen - und das tut er nicht, wenn er aufs Geratewohl einfach so jedes Manuskript vermarktet, das gerade so herumliegt. Wenn Sie das bitte nicht auf das Ihrige beziehen möchten.

 

Ein Verlag beschäftigt daher Mitarbeiter,  die eingereichte Autorenunterlagen einer mehr oder weniger eingehenden Prüfung unterziehen, die sich teilweise auf die weiter oben aufgeführten Faktoren beziehen - aber eben auch darauf, ob eingereichtes Material dem Verlagsprogramm entgegen kommt und qualitativ zumindest auf einem Standard angesiedelt ist, auf dem sich aufbauen lässt. Beurteilt wird Ihr Buch bis dahin nicht anhand des von Ihnen mühevoll in eine schöne Form gebrachten Manuskripts, dies wurde bis dahin noch nicht einmal angeschaut, sondern unter Zuhilfenahme eines Exposés.

 

Das Exposé - der Schlüssel zum Erfolg

 

"Wie war die Woche?" begrüßt seine Ehefrau den Marketingleiter des kleinen Verlags, als dieser von seiner üblichen 120 Stundenschicht fürs Wochenende nach Hause kommt. "Recht entspannt", erwidert er, ein Gähnen höflich in der offenen Hand versteckend, "ich hatte nur 15 Romanmanuskripte á 400, 500 Seiten zu lesen. Für eines habe ich mich fast entschieden. Ach, und die Kaffeemaschine hat schon wieder den Geist aufgegeben, dabei hatte ich extra das Modell für Großkantinen bestellt. So ein Ding muss doch wohl mal ein paar Tage Dauerbetrieb durchhalten!" "Ach was ein Mist" - die Frau wieder, "das Ding war wirklich teuer. Übrigens, unsere Tochter ist letztens ausgezogen" "Ach" sinniert er vor sich hin, "ist das so? Wie hieß sie noch gleich?"

 

Solche und ähnliche Dialoge wären vermutlich Standard im familiären Umfeld der Mitarbeiter eines Verlags, wenn jeder, der sich für einen Autor hält seine Manuskripte einfach so zur Ansicht an Verlage schicken würde. Zum Glück für die auch ansonsten nicht unterbelasteten Profileser ist so etwas schon lange nicht mehr Usus. Die Schriftsteller, die vor Selbstbewusstsein strotzend heute noch komplette Werke unaufgefordert einem Verlag zur Bewertung einreichen, hören meist nie wieder etwas bezüglich ihres Schriftsatzes. Mit Glück eine höflich verfasste Absage - mit Sicherheit aber keine Verlagszusage. Seltenst werden in Verlagen unaufgefordert eingesendete Manuskripte überhaupt noch gelesen. Wer bitte soll dafür auch die Zeit haben? Bei der Masse an jährlich verfassten Büchern? Sie erinnern sich an die Annäherung aus dem ersten Teil dieses Blogs?

 

Angenommen, Sie wollen ein Haus kaufen und beauftragen einen Makler, sich auf dem Markt einmal für Sie umzusehen. In der Folge erwarten Sie wohl kaum, dass der Makler plötzlich bei Ihnen vor der Tür steht und Sie einen ganzen Tag lang, aus heiterem Himmel heraus, von einem möglichen Objekt zum nächsten fährt. Und wahrscheinlich möchten Sie das auch gar nicht. Stattdessen erwarten Sie, ordentlich in eine E-Mail gepackt, die eine oder andere aussagefähige Objektbeschreibung, hübsch mit Fotos und den wichtigsten Details zum jeweiligen Haus: Ein Exposé. Besser noch im Plural, der Auswahl wegen. Genauso läuft der Hase im Verlagswesen, wenn Sie als Autor Ihr Werk einem Verlag anpreisen möchten, dann funktioniert das über ein Exposé. Schauen wir uns ein solches mal im Detail an:

 

Die Stammdaten

 

Name, Anschrift, E-Mail, Telefon. Fertig. Ein Exposé ist prinzipiell nichts anderes als eine Bewerbung, und da gehört so etwas eben rein.

 

Über das Buch

 

Titel, beziehungsweise Arbeitstitel, voraussichtlicher Umfang des Werks, Genre und Zielgruppe

 

Über den Autor, Motivation und Hintergrund

 

Was bewegt Sie dazu dieses Buch zu schreiben, gibt es einen beruflichen oder privaten Hintergrund zum Thema? Schreiben sie unter Pseudonym? Hier taucht auch direkt ein kleiner Stolperstein auf: Die meisten Autoren schreiben ungern über sich selbst in der dritten Person. Augen zu und durch, tut gar nicht weh.

 

Abstrakt

 

Jetzt kommt er. Jeder hat davon gehört und kaum einer kennt die Geschichte dahinter: Der Elevator Pitch!

Geboren wurde der Elevator Pitch (Die Ansprache im Fahrstuhl) wohl im New York der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts, als ein Angestellter der Finanzbranche mit einer wichtigen Geschäftsidee im Kopf, bei dem Versuch einen Termin bei seinem höchstbeschäftigten Vorgesetzten zu bekommen diesen im Fahrstuhl traf. Die Gelegenheit beim Schopfe packend sprach er den Boss nun auf seine Idee an und ob er ihm diese bei Gelegenheit vortragen dürfe. Der gehetzte Manager schaute auf die Anzeige der noch zu fahrenden Stockwerke und sagte: "Die Gelegenheit ist jetzt. Sie haben drei Stockwerke Zeit!" Seitdem hat diese Form des Statements sich zu einer wahren Kunst entwickelt - also genau das, was wir Autoren doch eigentlich beherrschen sollten. Aus dem Effeff. Aber Pustekuchen, die wenigsten handhaben den Pitch wirklich befriedigend. Wen wundert das auch? Da hat man 500 Seiten Text zusammengetragen, in monate-, vielleicht jahrelanger Schufterei - und nun soll das Ganze auf zwei, drei Sätze komprimiert werden? Au Weia!

 

Dabei ist der Pitch wirklich ein tolles Medium: Er

 

- weckt Neugier beim Zuhörer/Leser

- zwingt den Vortragenden sich Gedanken über sein Werk/seine Idee zu machen

- spart unglaublich viel Zeit

 

und ist somit die halbe Miete, wenn es um Ihr Exposé geht, oder eher um die Absicht dahinter - nämlich Ihr Werk zu verkaufen.

 

Was weiter in ein ordentliches Exposé gehört, damit der Eingangslektor des Verlags Ihrer Wahl nach dem erfolgreichen Pitch den Input bekommt, den er für eine Entscheidung benötigt, lesen Sie im nächsten Teil dieses Blogs - der die Tage in Arbeit geht. Bis dahin üben Sie doch einfach ein bisschen das pitchen. Muss ja nicht im Fahrstuhl sein...

 

 

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Bin ich schon drin?


Die Älteren unter Ihnen - inklusive mir, also unter uns - erinnern sich vielleicht noch daran, dass es Zeiten gab, als noch nicht jeder Bundesbürger ständig mit dem Internet verbunden war. So um 20 Jahre ist das nun her, als AOL mit dem damals noch gesellschaftsfähigen Boris Becker als Werbeikone den harten Zeiten des nicht-online-seins erheblich entgegensteuern wollte. Der verblüfft auf seinen Computerbildschirm starrende Becker, der nach dem kurzen "Fitüdeldidüchrrr"- Verbindungsgeräusch des damals noch üblichen Modems kaum glauben konnte, dass er nun "schon drin" ist, hat vielen Menschen die anfängliche Angst vor dem noch neuen Internet genommen.

 

Nun, "Fitüdeldidüchrrr" gibts nicht mehr. AOL auch nicht. Und selbst Boris Becker - naja, den gibt es schon noch. Er hat sich halt lediglich, sagen wir, aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Doch das Internet, das ist geblieben.

 

Heute fragen sich die Menschen jedoch nicht mehr "wie komme ich rein?". Wir sind ständig online, immer und überall und gerüchteweise fragen sich bereits die ersten: "Wie komme ich da wieder raus?"

Vermutlich gar nicht... Wenn man also ohnehin ständig im Netz ist, warum zeigt man sich dann dort auch nicht gleich? Mit einer eigenen Internetseite? Gute Idee!

 

Obwohl...

 

Es gab da doch schon einmal einen entsprechenden Trend zum online Auftritt, Anfangs der 2000er Jahre muss das wohl gewesen sein. Gefördert durch an sich gut gemeinte Projekte wie "self-HTML.com" sah sich plötzlich beinahe jeder Interessierte in die Lage versetzt, nach Lust und Laune Webpages zu programmieren. Dem Zeitgeschmack - oder einem allgemeinen Hang zum Irrsinn, Sonnenflecken oder außerirdischer Eingebung - folgend wurden derzeit massenhaft Internetseiten zu meist völlig belanglosen Themen (was okay ist) in quietschbunten Farben, überhäuft mit .gif Dateien, Glitzersternen und animierten Regenbogen nebst dazugehörigen Einhörnern und Kobolden mit Goldtöpfchen (was nicht okay ist) ins Netz gedrückt. Für ganz private Seiten, die sich mit dem letzten Urlaub von Familie Ottonormalverbraucher beschäftigen, mit den Abenteuern der Katzenhorde der kinderlos gebliebenen Endvierzigerin oder dem Astro-Hobby des esoterisch angehauchten Späthippies, mag das hinnehmbar sein. Aber dass Unternehmen ihre gewerblichen Seiten gestalten, als gäbe es kein Morgen mehr - das geht, neudeutsch gesagt, gar nicht.

 

Meine Recherchen zu diesem Beitrag haben mich - nach dem Genuss mehrer Schachteln Aspirin gegen die Schmerzen vom Kopfschütteln und einer Gurkenmaske für die gestressten Augen (eins blutet immer noch leicht) - auch auf die Seiten des Dr. Web geführt, der in diesem Beitrag die seiner Ansicht (die ich durchaus teile) nach 10 schlechtesten kommerziellen Websites vorstellt. Die Tatsache, dass solche Seiten erlaubt sind kann man eigentlich nur noch als Zeugnis der uneingeschränkten Meinungsfreiheit deuten.

 

Dem Fortschritt sei Dank...

 

... und das ist in diesem Fall als ehrlicher Seufzer der Erleichterung zu verstehen, gibt es seit einigen Jahren über verschiedene Anbieter die Möglichkeit, sich aus einem "Baukasten System" eine wirklich gut aussehende Internetpräsenz zu basteln, ohne Programmiersprachen zu beherrschen, sich mit Quellcodes zu beschäftigen oder Webdesign studiert zu haben. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben fallen mir folgende Systeme ein, in denen ich auch selber schon gearbeitet habe:

  • WIX
  • Jimdo
  • 1&1 IONOS
  • STRATO
  • weebly

Sowie der Klassiker Wordpress, der aber anders basiert ist und in meinen Augen schon eine eigene Liga darstellt. Die in der Aufzählung genannten Anbieter wurden aktuell von WebsiteToolTester, die den Markt eigener Angaben zufolge bereits seit 2009 intensiv beobachten, getestet,  Hier geht es zu den Ergebnissen: Bester Homepage Baukasten 2019.

 

Schluss für Augenkrebs verursachende Monstrositäten mit unendlichen Ladezeiten, weg mit dieser Verschwendung von Webspace!

Willkommen, ordentlich strukturierte, grafisch schöne und Mobilgerät-freundliche Website.

 

In der Praxis jedoch...

 

... zeigen sich bei allen Anbietern natürlich auch kleinere Häkchen, die den Mythos von der "Website in fünf Minuten" ein wenig relativieren. Ganz so schnell, wie die Werbung verspricht, ist man dann doch nicht online mit seiner Seite auffindbar - und ganz so einfach, wie es gerne dargestellt wird, ist die Herstellung einer voll funktionierenden Homepage mit einer vernünftigen Präsenz bei Google leider auch nicht. Zumindest für den blutigen Anfänger in diesem Bereich.

Wer sich zum Beispiel noch nicht ernsthaft mit einer Keyword-Analyse beschäftigt hat, wird bei der Verfassung seiner Texte an gewisse Grenzen stoßen. Wer sich mit der Architektur seiner Seite im Vorfeld nicht auseinandersetzt, kommt möglicherweise über den hübschen Onepager nicht hinaus. Und um von potentiellen Kunden überhaupt erst entdeckt zu werden, sollte man sich im Zuge der Arbeit an der eigenen Internetseite beizeiten mit dem Thema "SEO" (Search Engine Optimization - Suchmaschinenoptimierung) vertraut machen.

Und was ist eigentlich ein "Favicon"? Was ist ein "Snippet", und was ein "Metatext"? Worum geht es bei H1, H2 und H3 Überschriften, was ist ein Impressum und wieso kann eine einwandfreie Datenschutzerklärung Sie vor finanziellem Schaden bewahren? Worum handelt es sich bei "Search Console" und "Google Analytics"?

 

Oha!

 

Hätten Sie mal vorher gewusst, dass die Sache so kompliziert ist! Ich habe aber gute Nachrichten für Sie: So schlimm ist es gar nicht. Sie können sich alles, was Sie zum Thema wissen müssen, selbst anlesen. Die Anbieter als solche, aber auch die Referenz in Sachen Internetsuche - Google - sowie diverse Blogs und nicht-kommerzielle Anbieter geben Ihnen dabei Hilfestellung. Als unbedingt empfehlenswert würde ich Ihnen hierzu, ohne Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, folgendes ans Herz legen (jeweils als Link zum klicken):

Also, alles kein Problem. Entsprechende Anleitungen sind durchweg gut verständlich geschrieben und von einem halbwegs begabten Software Anwender einfach umzusetzen. Versprochen. Allerdings nimmt das Erlernen der wichtigsten Grundlagen Ihrer zukünftigen Existenz als Webmaster dann doch ein wenig mehr als die fünf Minuten in Anspruch, in denen Ihr Homepage Anbieter Sie gerne online sehen möchte...

 

Alternativen?

 

Natürlich gibt es Alternativen.

Die erste wäre, zum Beispiel, eine Agentur mit der Erstellung der künftigen Internetpräsenz zu beauftragen. Dort kümmert man sich im Rahmen eines gebuchten Leistungspaketes um einfach alles, absolut professionell und in der Regel mit guten bis sehr guten Ergebnissen - auch was das lästige Thema Suchmaschinenoptimierung angeht. Als Alternative würde ich dieses Verfahren eigentlich gar nicht mehr bezeichnen wollen, denn "gekaufte" Seiten spielen eine Liga höher als Baukastensysteme, das ist kaum zu bestreiten. Sie kosten allerdings auch, und zwar nicht eben wenig. Gute Arbeit will halt bezahlt werden, völlig zu Recht.

 

Eine weitere Alternative läge darin, die eigene Seite zwar selbst zu gestalten - die Ausarbeitung und den SEO Sektor jedoch an eine der unzähligen Website-Optimierer zu übertragen. Hier ist Vorsicht geboten, denn auf dem Markt tummeln sich schwarze Schafe, die, in der Annahme ihr Kunde würde das schon nicht merken, unsaubere Arbeit abliefern - bis zum Betrug hin. Die Preise reichen von astronomisch bis überraschend billig. Wobei gerade die auffallend günstigen Anbieter eher die sind, bei denen das Bauchgefühl nicht so recht mitspielen will.

Ich bekomme regelmäßig, trotz Untersagung im Impressum, Werbeanrufe von Unternehmen, die behaupten, sie würden mit Google zusammenarbeiten. Laut Auskunft einer Google Mitarbeiterin ist das jedoch Quatsch. Vorsicht also...

 

Noch eine Alternative: Ein VHS Kurs! In größeren Städten finden sich Lehrgänge zum Thema "Internetseiten-Erstellung" tatsächlich im Programm der örtlichen Volkshochschule. Die Kurse an sich sind sicherlich niedrigschwellig - aber für eine erste Orientierung bei der Erstellung der eigenen Homepage im Baukastensystem reicht das vollkommen aus, solange über die wichtigsten Punkte gesprochen wird. Alles weitere kommt dann schon, oft haben die Kursleiter ein prima Handout mit jeder Menge Quellen für weiterführende Informationen parat. Kurse, beziehungsweise Workshops gibt es auch im Rahmen regional geförderter, sogenannter LOS Projekte. Hier gibt es allerdings für eine Teilnahme bestimmte Voraussetzungen. Meist handelt es sich dabei um Arbeitslosigkeit oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe.

 

Tja, und sonst?

 

Naja, ich biete so etwas doch auch an! Na klar!

Als freier Lektor kümmere ich mich ja sozusagen per se um die textliche Ausgestaltung, inklusive der Optimierung für Suchmaschinen, von Internetseiten. Mit den verschiedenen Baukastensystemen habe ich mich allein schon deswegen vertraut gemacht, um bei meinen Kunden online und in Echtzeit auf der Seite arbeiten zu können. Und der ganze Rest ist von mir ohnehin im Rahmen einer Tätigkeit als Dozent eines Vereins für Existenzgründer in verschiedenste Vorträge, Präsentationen und Workshops gesteckt worden. Mit anderen Worten: Ich kenne mich aus - und halte meine Kenntnisse ständig aktuell.

Also biete ich Ihnen das Folgende an:

 

Ich begleite sie mit Rat und Tat beim Erstellen Ihrer Internetpräsenz im Baukastensystem (und Wordpress), fair nach Stunden abgerechnet ohne Extrakosten für kompliziert formulierte Wundermittel. Hier steht es geschrieben, schwarz auf weiß: Schreibegeist - Ihre eigene Internetpräsenz

 

Sprechen Sie mich gerne darauf an - oder versuchen Sie sich anhand der aufgeführten Tipps erst einmal selbst. Fallen Sie bitte nur nicht auf Versprechen herein, die da lauten: "Wir bringen Ihre Website bei Google auf die erste Seite". Erstens können Sie das per Google Adwords selber - und zweitens klappt das zwar, aber nur so lange Sie zahlen.

 

Übrigens, diese Seiten wurden ebenfalls in einem Baukastensystem erstellt.

Ist doch gar nicht übel, oder?

 

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Dinge, die Sie schon immer über Bücher wissen wollten


Man sollte gar nicht glauben, wie viele Menschen offenbar das Bedürfnis in sich verspüren ein Buch zu schreiben.

Das mag verschiedene Ursachen haben. Der eine hat eine Botschaft unters Volk zu bringen, der andere möchte seine persönliche Geschichte teilen. Wieder ein anderer hat eine wunderbar blühende Fantasie und benötigt dringend ein Ventil, damit ihm der Kopf nicht platzt. Und noch ein anderer weiß etwas, von dem er möchte, dass es künftig jeder weiß.

Und dann gibt es natürlich auch die, die berühmt werden möchten - oder einen eigenen Porsche fahren wollen.

 

Alles edle Motive, abgesehen vom letzten. Nichts gegen einen Porsche, aber die Wahrscheinlichkeit sich plötzlich einen solchen leisten zu können ist beim Lotto wesentlich höher als durch mühsames Wörter-Aneinandersetzen. Wenn man davon ausgeht, dass in Deutschland jährlich etwa 90.000 Bücher neu am Markt erscheinen und lediglich eine Handvoll (zwischen 100 und 200) Autoren tatsächlich von der Schreiberei allein leben können, rückt der Zuffenhausener Bolide in doch eher weite Ferne. Da ist sogar die Chance auf einen gebrauchten Smart nicht besonders groß.

 

Lassen wir also das Träumen und beschäftigen uns mit den bodenständigen Dingen:

 

Wie werde ich eigentlich Buchautor?

 

Ganz einfach: Gar nicht! Entweder Sie sind einer - oder Sie sind das eben nicht. Es gibt keine Ausbildung in dem Bereich, das ist nicht wie bei einem Handwerker, Kaufmann oder Beamten. Man entscheidet sich nicht als Jugendlicher aus einer Vorliebe für Holz, KfZ Technik, Dinge verkaufen oder im letzten Fall einer Vorliebe für eine sichere Altersvorsorge, wie in den genannten Beispielen, für den Beruf des Autors. Wenn der Autor nicht schon seit langer Zeit in Ihnen schlummert, dann werden Sie halt keiner. Das ist aber gar nicht schlimm, der größte Teil der Menschheit ist kein Autor.

 

Also setzen Sie sich hin und schreiben. Wenn das gelingt und Sie den Stift (beziehungsweise das Laptop) nicht gleich wieder in die Ecke werfen (was im Falle des Laptops bedauerlich wäre), sind Sie ein Autor, oder haben zumindest begonnen einer zu sein. So simpel ist das.

 

Wie entsteht ein Buch?

 

Jetzt wird es ein wenig kompliziert. Obwohl, eigentlich doch nicht. Zumindest dann nicht, wenn wir vorerst keinen Unterschied zwischen einem Buch und einem Manuskript machen, sondern das Ganze erstmal als Werk betrachten. In dem Fall ist die Entstehung eines Buchs stumpf die Konsequenz des Autor-Seins. Wenn also der Stift oder das Laptop nicht in die Ecke fliegt, sondern endlich irgendwann in Frieden auf den Tisch gelegt, respektive auf dem Tisch liegend zugeklappt wird, dann ist das Buch - also das Manuskript - fertig. Punkt. 

Der Prozess, der dazu führt das Werk in Frieden betrachten zu können, ist bei jedem Autor möglicherweise ein ganz eigener. Es gibt Schriftsteller, die ein Manuskript in einem Rutsch durchschreiben, vielleicht weil die Ideen nur so sprudeln und die entsprechende Geschichte im Kopf komplett ausgearbeitet auf Abruf bereit liegt. Bewundernswert, sowas... Walter Moers nennt diese Art der Inspiration in seinen Romanen um die Gestalt des Hildegard von Mythenmetz herum wohl das "Orm".

Eine andere Autorenpersönlichkeit geht die Sache dann möglicherweise im biblischen Sinne an und beginnt das Schaffenswerk aus dem völligen Chaos heraus, schreibt, verwirft und revidiert fröhlich vor sich hin bis am Ende eventuell etwas völlig anderes auf dem Papier steht, als die anfängliche Idee auch nur erahnen ließ.

Der nächste Autor hält es mit seinem Manuskript wie mit gutem Wein, der im Keller vor sich hin altert und alle Jubeljahre in seiner Flasche einmal gedreht werden muss. Das Manuskript wird aus der Schublade geholt, wenn eine Idee im Kopf entsteht, und dann wieder zurückgelegt um zu reifen. Sowas dauert unter Umständen ein paar Jahre, das Ergebnis überzeugt aber oft.

Für die Masse der Autoren hat es sich jedoch bewährt auf gewisse Techniken zurückzugreifen, was immer dann empfehlenswert ist, wenn die Muse sich mit ihrer Knutscherei eher zurückhält - oder das "Orm" (man merkt vielleicht, ich bewundere Herrn Moers sehr) in vergleichsweise geringen Dosen fließt.

 

Gehen wir auf diese Techniken doch einmal kurz ein:

 

Die Stoffsammlung

 

Es ist nicht entscheidend wie ein Buch beginnt. Auch nicht, wie es endet. Wichtig ist, was dazwischen passiert.

Eine Geschichte lebt von ihrer Entwicklung. Romane, von denen lediglich in Erinnerung bleibt dass am Ende alle tot sind, gibt es schon genug. Als Leser will ich aber wissen wer das ist, der dahinscheidet, warum er das tut und wie es dazu kommt. Und wer hat das Ableben der beteiligten Personen verursacht, warum hat er das getan - und warum ist auch er am Ende tot?

Malen Sie sich ihre Geschichte aus und sammeln Sie alle Informationen, die Ihre Story lebendig werden lassen. Wenn Sie auf Dinge stoßen, die Sie selber nicht wissen, dann recherchieren Sie. Schreiben Sie sich Ihr Bild auf, in allen Details. Wo findet die Handlung statt, welches Wetter herrscht dort gerade, wie sind die geografischen Begebenheiten das Handlungsortes? In welcher Zeit findet die Handlung statt, wie sah es zu der Zeit am Ort der Handlung aus? Wer ist an den Handlungen beteiligt, wie heißen diese Leute und was macht sie aus? Welche Charaktereigenschaften haben die Personen und inwiefern beeinflusst das die Handlung? Welche Entwicklung durchlaufen die Handelnden, welche Erfahrungen machen Sie im Verlauf des Geschehens und wie gehen sie damit um? Diese und noch viele weitere Fragen könnten Sie sich stellen, um Ihre Geschichte mit Leben zu füllen.

 

"Peter ging die Straße entlang" zum Beispiel ist eine Information, mit der Sie als der Erzählende sicherlich etwas anzufangen wissen, sie haben das beobachtet und ein dementsprechendes Bild dazu im Kopf. Wenn Sie mir den Sachverhalt dann so schildern, schenke ich Ihnen vielleicht ein wenig höfliche Aufmerksamkeit. Haften bleibt Peters Gang die Straße hinunter aber sicherlich nicht. Ehrlich gesagt werde ich die Geschichte vergessen noch bevor Sie Ihren Satz beenden.

 

"Neulich nachts, das war bitterkalt draußen, ging Peter dick eingepackt im funzeligen Licht der altmodischen Straßenlaternen im Viertel eine Nebenstraße entlang und versuchte dabei unter seinen dicken Ohrschützern zu horchen, ob nicht eventuell hinter ihm irgendein besoffener Idiot aus einer Kneipe stolpernd Streit suchen würde - eine ganz unheimliche Situation." So, jetzt haben Sie mich, jetzt höre ich zu und will wissen wie die Sache ausging.

 

Klar ist das ganz schön viel Schreiberei um eine so banale Sache. Aber Hey, das ist der Job!

 

Das Konzept

 

Bei der Konzepterstellung geht es im Grunde um nichts weiter, als dem gesammelten Stoff eine Struktur zu verleihen, darum, Ordnung ins Chaos zu bringen.

Wie wird das Buch aufgeteilt, wie verteile ich meinen Stoff auf verschiedene Kapitel und wie sollen diese Kapitel den Handlungsverlauf spannend und leicht verständlich aufteilen? Wo treten neue Personen auf und wo nimmt die Handlung entscheidende Wendungen? Aber auch ganz grundlegende Dinge fließen hier mit ein: Welcher Erzählstil ist passend, lasse ich jemanden berichten, erzählen die Handelnden selber oder wähle ich eine Mischung aus beidem? Welchen Umfang empfinde ich als angemessen und wo setze ich der Geschichte ein Ende - womöglich auch nur ein vorläufiges? Die Erstellung des Konzepts ist also schnell beschrieben, beinhaltet aber trotzdem einiges an Kopfarbeit.

 

Das Schreiben

 

Wirklich viel steht ja bisher noch nicht auf dem Papier, also sollte die eigentliche Arbeit nun langsam mal beginnen.

Wichtig dabei: Schreiben Sie so, wie Sie sich dazu in der Lage fühlen. Haben Sie heute keine Lust? Dann schreiben Sie nicht. Stehen Sie unter Termindruck? Erledigen Sie Ihre Geschäfte und lassen Sie das Schreiben für heute sein. Haben Sie den Kopf voll mit Alltagssorgen? Machen Sie eine Pause. Sind Sie gestresst, im Beruf total verplant? Kümmern Sie sich um diese Dinge und lassen Sie das Schreiben kurz ruhen. Sind Sie deprimiert oder unglücklich? Lassen Sie das Manuskript in der Schublade. Es sei denn, Ihre Stimmung passt zur Handlung. Dann hauen Sie in die Tasten.

Ansonsten orientieren Sie sich am besten an Ihrem Konzept, dafür haben Sie es ja erstellt - aber haften Sie nicht sklavisch daran. Gute Einfälle lassen sich nicht erzwingen. Sie kommen - und gehen - wie sie lustig sind.

 

Wie bringe ich mein Buch in den Handel?

 

Jetzt kommen wir an den Punkt, an dem die meisten scheitern.

Dazu eine kurze und nicht wirklich präzise Rechnung: Auf einen Bestseller-Autor kommen 100 Autoren, die mäßig verkaufen. Auf jeden dieser 100 Autoren kommen wiederum 100, deren Manuskripte von Verlagen abgelehnt werden. Und auf jeden abgelehnten Autor kommen möglicherweise wieder 100, wenn nicht mehr, die ihr Werk gar nicht erst einreichen. Diesem simplen Überschlag zufolge werden pro Bestseller also 10.000 (in Worten: Zehntausend) Manuskripte von Verlagen nicht angenommen und dementsprechend nicht verlegt - bei mehreren Bestsellerlisten in verschiedenen Sparten mit monatlicher Aktualisierung. Sie erinnern sich an die Eingangs erwähnte Chance auf den Porsche?

 

Wie Sie Ihre Aussichten auf eine Verlagszusage - oder zumindest auf die dafür erforderliche Beachtung Ihres Manuskripts - steigern können und wie Sie nötigenfalls auch ohne Verleger dazu kommen Ihr eigenes Buch in der Auslage des Buchhandels bewundern zu dürfen, verrate ich Ihnen im nächsten Blog - bevor dieses hier noch die Ausmaße eines erwachsenen Romans annimmt. Ich habe einen Hang zu sowas...

 

Also: Dranbleiben!

 

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